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Unter den Kimberleys versteht man die nördlichste Region von Westaustralien. Die Gegend wird, grob gesagt, im Süden durch den Great Northern Highway, im Osten durch die Grenze zum Northern Territory und im Westen und Norden durch den Indischen Ozean begrenzt.Diese einsame Gegend ist eines der letzten grossen Wildnisgebiete der Erde. Obwohl der Besucherstrom in den letzten Jahren zugenommen hat, sind die meisten Gebiete in dieser unglaublich beeindruckenden, riesigen Landschaft wenig besucht. Da die Gibb River Road unpassierbar war, haben wir uns für eine Route entlang des Great Northern Highway entschieden. Die sonst in der Trockenzeit braune, vertrocknete Vegetation war noch grün, da die Regenzeit erst gerade aufgehört hat. Der Highway führt hier durch eine riesige Ebene, vereinzelt sehen wir Boabs und Eukalyptusbäume, dazwischen viele Termitenhügel. Unser erstes Ziel war Fitzroy Crossing/Geiki Gorge. Der Geiki Gorge Nationalpark mit der Geiki Schlucht als Mittelpunkt befindet sich ca. 18 km von Fitzroy Crossing (ca. 1200 Einw.) entfernt. Hier hat der Fitzroy River über Jahrtausende eine 14 km lange und 30 m tiefe Schlucht aus einem fossilen Kalksteinriff herausgegraben. Im Wasser leben Haie und Stachelrochen , die sich über Jahrmillionen an das Brackwasser angepasst haben, ausserdem gibt es viele Frischwasserkrokodile. Wir haben sogar einige davon gesehen, als wir an einer Bootstour durch die Schlucht teilgenommen haben. Am nächsten Tag ging es weiter nach Halls Creek (ca. 960 Einw.). Halls Creek liegt am Nordrand der Great Sandy Deserts und dient als Servicezentrum für die umliegenden Rinderfarmen und für die Aboriginal-Gemeinden in der Region. Von hier aus haben wir einen Abstecher nach Süden entlang der Duncan Road gemacht und von Old Halls Creek aus die Gegend erkundet. Caroline Pool, Palm Springs und Sawpit Gorge sind Pools, die sich hervorragend als Picknickspot oder für ein erfrischendes Bad eignen. In Halls Creek haben wir uns noch ein letztes Mal erkundigt, ob die rund 53 km lange Zugangstrasse zum Purnululu (besser bekannt als Bungles Bungles) Nationalpark geöffnet ist. Diese Strasse in den Park ist nur mit 4WD-Fahrzeugen befahrbar, ausgesprochen rauh und zerklüftet und während der Regenzeit oft unpassierbar. Wir hatten Glück: auf Druck von grossen Reiseveranstaltern wurde die Strasse einige Tage zuvor geöffnet, obwohl es noch einige Flüsse (der tiefste war noch ca. 60 cm tief) und Schlammgruben zu durchqueren galt. Wir haben einige Autofahrer beobachtet, die Mühe mit dieser Situation hatten und sich gegenseitig aus den Schlammlöchern ziehen mussten. Doch wir haben es problemlos geschafft und sind nach ca. 3 Stunden im Park angelangt. Die aussergewöhnlichen Sandsteinformationen der Bungle Bungles waren bis in die 80-er Jahre hinein so gut wie unbekannt. Erst 1987 wurden 240.000 ha dieser einmaligen Gegend dann zum Nationalpark erklaert. Am bekanntesten sind sicher die Bienenkorbförmigen, schwarz-rot gestreiften Hügel, doch genauso faszinierend sind die engen Canyons, Palmenoasen, Höhlen und Bachläufe, die Fächerpalmen, die praktisch direkt aus den Felswänden wachsen, und die Eukalyptusbäume, die einen betörenden Duft verbreiten. Das Ökosystem der Bungle Bungles ist ausgesprochen delikat, deshalb darf man die markierten Wanderwege auf keinen Fall verlassen. Wir haben schon im Park gemerkt, dass mit unserem Auto etwas nicht stimmt. Auf halbem Weg zurück zum Highway hatten wir dann Gewissheit - der Kühler war kaputt und konnte trotz zahlreichen engagierten Hilfsangeboten von anderen Touristen, vor allem Australiern, nicht repariert werden. So blieb uns nichts anderes übrig, als auf Hilfe vom nächsten Ort zu warten, die mehr als 24 Stunden später vom rund 80 km entfernten Roadhouse aus Turkey Creek eintraf. Da wir erst gegen Abend dort eintrafen, konnte unser Wagen erst am nächsten Tag vom Mechaniker des Ortes angeschaut werden. Die Reparatur nahm den ganzen Tag in Anspruch. So haben wir währenddessen das Leben im und um das Roadhouse etwas beobachtet, wo viele Aboriginal der nahen Aboriginal-Gemeinde Warmun ein- und ausgingen. Am Nachmittag haben wir uns dann aus lauter Frust einen teuren Helikopter-Flug über die Bungle Bungles geleistet (AUD 170.-/Stunde für eine Person). Die Ausgabe hat sich gelohnt, der Flug war atemberaubend!
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