Unser "Unterkunft" in Maquisapayoj bestand aus einer Matratze auf einer Platform nahe einer Salzlecke für Saeugetiere, was recht abenteuerlich war, zumindest für eine Nacht. Geplant war, nur eine Nacht auf der Plattform zu verbringen, doch da der Seitenarm des Rio Madre de Dios, der uns zur Manu Biostation hätte führen sollen, einen zu tiefen Wasserstand hatte, musste das Programm kurzfristig umgestellt werden, und die nächste Nacht verbrachten wir dann ebenfalls auf einer Plattform. In der Nähe der beiden Plattformen (20 Minuten, resp. 1 Stunde zu Fuss entfernt) befand sich ein Gebäude, in dem sich eine Küche, ein Ess- und Aufenthaltsraum sowie Toiletten und Duschen befanden. Diese beiden Tage verbrachten wir mit langen (teilweise sehr langen) Spaziergängen durch den Regenwald und Aufenthalten auf der Plattform, in der Hoffnung, ein Säugetier bei der Salzlecke zu sehen. Bis auf ein Tapir irgendwann mitten in der Nacht, von dem wir eigentlich nicht mehr als das Leuchten der Augen sahen, wurden wir leider enttäuscht. Der Höhepunkt unserers Abstechers in den Regenwald folgte am nächsten Tag, der Besuch der Lehm-/Salzlecke von Blanco. Nach unserer Ankunft früh morgens konnten wir von einer getarnten Plattform aus Schwärme von zuerst Papageien und später Aras beobachten, wie sie vom Lehm am steilen Flussufer essen. Ein einmaliges Erlebnis! Die nächsten beiden Nächte verbrachten wir in der Blanquillo Lodge. Von hier aus unternahmen wir Spaziergänge durch den Regenwald, gemütliche Fahrten über Oxbow-Lakes und besuchten den Canopy Tower (eine Plattform in der Krone eines riesigen Baumes). Unser Guide Jimmy hat ein sehr gutes Auge und zeigte uns oft Dinge, die wir sonst nicht gesehen haetten. Er wusste auch jeweils viel zu erzählen über Flora und Fauna des Regenwaldes. Auf unseren Spaziergängen und Bootsfahrten sahen wir verschiedene Affenarten, Frösche, Fledermäuse, einen weissen Kaiman, Capybaras (Wasserschweine), ein Tayra, Wasserschildkröten und natürlich viele Vögel. Besonders beeindruckt hat uns der urtümliche Hoatzin, der sich von Blättern und Früchten ernährt und seine Nahrung nicht im Magen, sondern bereits im Kropf zerkleinert. Am 6. Tag wartete ein weiterer abenteuerlicher Teil unserer Reise auf uns - die Rückreise nach Cuzco mit dem Flugzeug, einer 8-plätzigen Propellermaschine. Bis zum letzten Tag ist jeweils nicht sicher, zu welcher Zeit, resp. ob man überhaupt zurückfliegen kann an dem entsprechenden Tag! Wir bekamen einen Platz im fünften und letzten Flug an diesem Tag. Der Flughafen- und das ganze Flughafenequipment bestanden aus einer Graslandepiste, einer offenen Hütte, einem Funkgerät und einer handgeschriebenen Passagierliste. Fazit: Wir können diese Reise jedem empfehlen, der bereit ist, für ein paar Tage auf den gewohnten Komfort zu verzichten und dafür etwas Besonderes zu erleben. Uns hat es sehr gut gefallen - wir waren eine gute, kleine Gruppe, wir hatten einen guten, sympathischen Guide (manchmal hatten wir zwar etwas Mühe, Jimmy's Englisch zu verstehen, so tönte "Jaguar" für unsere Ohren etwa wie "Shower", was bei uns ab und zu Verwirrung stiftete), einen guten, ebenfalls sehr sympathischen Koch und auch der Fahrer und die Bootscrew waren super. Wir hatten während der ganzen Reise keinen einzigen Tropfen Regen. An die feuchte Hitze gewöhnt man sich einigermassen nach 1 bis 2 Tagen, doch die Moskitos sind echt mühsam, lange Hosen, T-Shirts mit langen Ärmeln, Socken, feste Schuhe und ein Moskito-Spray mit einem möglichst hohen Anteil von DEET sind unbedingt angesagt, wenn man nicht vollkommen verstochen werden will.
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