San Pedro de Atacama PDF Drucken

Via Iquique nach San Pedro de Atacama
15.2.2006

Am Morgen versuchen wir noch nähere Infos zu erhalten in bezug auf den Strassenzustand und die Zufahrtswege nach San Pedro de Atacama, aber leider erfolglos.Wir versuchen, telefonisch ein Zimmer zu reservieren in San Pedro de Atacama vom 16.2. bis am 19.2., doch erst beim 3. Hostal haben wir Erfolg. Da auch die Strassen in Richtung Argentinien und Bolivien noch blockiert sind, ist San Pedro offenbar noch voller als sonst, da die Touristen nicht abreisen können. Doch heute fahren wir erst mal nur bis Iquique, wo wir einen Zwischenstopp einlegen. In Pozo Almonte schauen wir noch schnell bei den Carabineros vorbei, um Informationen in bezug auf den Strassenzustand zu erhalten. Die News sind einigermassen ermutigend - offenbar ist die Zufahrt nach Calama wieder möglich, aber nur über die Küstenstrasse und mit einer Umleitung. Näher Details zu der Umleitung konnte der Carabinero uns aber leider nicht geben.
16.2.2006
Wir machen früh auf den Weg, da wir nicht wissen, wie lange die Fahrt nach San Pedro dauern wird, je nach Umleitung. Der erste Stopp bei den Carabineros bei der Ausfahrt aus Iquique ist nicht ermutigend - dort heisst es, Calama sei immer noch von der Umwelt abgeschnitten. Trotzdem fahren wir guten Mutes weiter. Wir halten bei jeder Carabinero-Station und bekommen immer wieder unterschiedliche Informationen. In Tocopilla treffen wir bei der Carabinero-Station jemanden, der gerade von Calama kommt - ein gutes Zeichen! Die Zufahrt ist offenbar nur via Antofagasta möglich. Von Iquique aus ein riesiger Umweg, doch Hauptsache, wir kommen heute noch nach San Pedro. Unterwegs sind die Schaeden an der Strasse, die das Wasser angerichtet hat, gut sichtbar. Um 18h30 kommen wir endlich in San Pedero de Atacama an und finden erstaunlich schnell unser Hostal (Hostal Solor).

San Pedro de Atacama
17.2.2006

Das Hostal Solor, das uns vom Hostal Sumaj Jallpa (welches voll war) empfohlen wurde, ist ganz neu - wir sind die dritten Gäste und im Moment auch die einzigen Gäste. Alles funktioniert und ist niegelnagelneu und die Besitzerin und ihr Sohn sind rührend um unser Wohlergehen besorgt.
Am Vormittag fahren wir erst zum Pokara de Quitor, Ruinen einer alte Festung aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Weg dorthin müssen wir 4 mal den Fluss durchqueren mit dem Auto! Das Wasser ist teilweise ca. knietief. Anschliessend fahren wir zum Valle de la Muerte. Die Landschaft im Valle de la Muerte erinnert an die Landschaft im Death Valley in den USA - eine Landschaft aus Stein, Sand und Salz.
Am Mittag schauen wir uns kurz San Pedro an. Vom Ort selbst sind wir etwas enttäuscht - wir haben mehr erwartet. Es ist teuer und es hat extrem viele Touristen. Doch die Umgebung von San Pedro bietet enorm viele, schöne Ausflugziele. Wir suchen erstmal zu Fuss die Tankstelle, welche ziemlich versteckt liegt, und erkundigen uns nach der Verfügbarkeit von Diesel. Laut der Antwort des Tankwartes ist Diesel immer Verfügbar.
Am Nachmittag fahren wir via Toconao zur Laguna Chaxa, welche mitten im Salar de Atacama liegt und wo viele Flamingos leben. Obwohl es schon späterer Nachmittag ist, brennt die Sonne unbarmherzig vom Himmel und es ist extrem heiss. Auf der Rückfahrt nach San Pedro im Abendlicht glühen die Andengipfel im Sonnenuntergang.
18.2.2006
Wir stehen heute früh auf, da wir zur Laguna Miscanti und Miniques und noch etwas weiter fahren wollen, in Richtung Paso Sico (Grenzübergang nach Argentinien). Da die Strecke relativ lang ist, wollen wir vorher sicherheitshalber noch volltanken. Doch an der Tankstelle heisst es "No hay", ein chilenischer Standardspruch. Diesel sei erst am Nachmittag wieder verfügbar. Soviel zur Verfügbarkeit von Diesel...
Doch wir rechnen kurz nach und stellen fest, dass wir den Ausflug auch ohne tanken machen können. Wir fahren direkt bis zur Laguna Miscanti, von der alle so schwärmen. Die Laguna liegt schön vor dem schneebedeckten Miscanti (5622 m), die Laguna Miniques ist nicht weit entfernt. Die Lagunas sind schön, doch wir haben mehr erwartet. Es hat kaum Wasservoegel in den Lagunas und nur weit entfernt konnten wir einige scheue Vicunas sichten. Wir fahren weiter auf der Passstrasse bis zum Salar de Aguas Calientes. Wow! Die Weiterfahrt hat sich wirklich gelohnt. Endlich mal ein richtig weisser Salar. Das Wasser, das es im Salar hat, schimmert türkisblau, rund um den See hat es Salzkrusten, im See spiegeln sich die schneebedeckten Andengipfel. Wir erkunden zu Fuss das Ufer des Salars und verbringen einige Zeit dort. Schlussendlich fahren wir noch weiter bis zur Laguna Tuyajto.
Zurück in San Pedro versuchen wir es nochmal bei der Tankstelle. Doch die übliche Zufahrtsstrasse war nun plötzlich gesperrt wegen Strassenarbeiten! Dank der Karte von San Pedro in unserem Turistel-Führer von Chile's Norden (eine Investition, die sich absolut gelohnt hat) finden wir anderen Weg, wie wir die Tankstelle erreichen können.
19.2.2006
Heute wollen wir es locker nehmen. Den Vormittag verbringen wir in San Pedro de Atacama, schauen uns das Museum an, schlendern durch die Gassen, trinken etwas, updaten unser Tagebuch im Internet und schreiben e-mails. Am Nachmittag fahren wir zu den Termas de Puritama, ca. 30 km ausserhalb von San Pedro de Atacama. Die Thermen befinden sich in einer Schlucht, durch die ein Fluss mit lauwarmen Wasser fliesst. Baden kann man in 8 Becken. Bei unserer Ankuft war es noch einigermassen ruhig und wir genossen die Ruhe in einem Becken, das wir ganz für uns alleine hatten. Doch leider nicht lange! Eine ca. 10-köpfige einheimische Familie mit vielen Kindern traf ein und hat sich ausgerechnet unser Becken ausgesucht. Auf der kleinen Plattform vor dem Pool wird ein Sonnenzelt aufgestellt und die Kleider und Schuhe kreuz und quer über unsere Rucksaecke verteilt. Wir ergreifen die Flucht und finden ein anderes ruhiges Becken. Doch kurze Zeit danach wiederholt sich das selbe Szenario, als die nächste, noch groessere Familie eintrifft, und wieder ausgerechnet unser Becken aussucht. Als dann noch ein Kind frischfröhlich vom Rand in den Pool pinkelt, ergriefen wir endgültig die Flucht. Wir fahren noch etwas durch die Gegend und bewundern die grossen Kakteen, die hier wachsen, bevor wir wieder zurück nach San Pedro fahren. Im Restaurant El Cielo geniessen wir das beste und günstigste Nachtessen bis anhin in San Pedro de Atacama.
20.2.2006
Wir stehen wieder früh auf, weil wir uns heute die Fahrt zum Paso Jama (Grenze zu Argentinien) vorgenommen haben. Die Landschaft ist gepraegt von intensiver vulkanischer Tätigkeit in der Vergangenheit. Die Landschaft ist praktisch Vegetationslos und die Farben rot, braun und schwarz herrschen vor. Unterwegs hat man eine schöne Aussicht auf den Vulkan Licancabur und man kann sogar die Laguna Verde in Bolivien von der Passstrasse aus sehen. Der Hoehepunkt dieser Tour sind die Moais de Tara, Felstuerme, geformt durch Erosion, die einen schönen Kontrast zum tiefblauen Himmel geben.
Am Abend nehmen wir uns ein sogenanntes touristisches Highlight und angeblich ein Muss für jeden San Pedro de Atacama-Besucher vor: den Sonnenuntergang im Valle de la Luna. Als wir auf dem Parkplatz bei der grossen Sand-Düne ankommen, ist dieser schon voll mit Tourbussen und Autos und unzählige von Touristen sind schon dabei, sich einen Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang zu suchen. Es windet extrem. Wir suchen uns auch ein Plätzchen und warten auf das Spektakel. Doch das ganze ist ziemlich enttäuschend. Wir haben schon unzählige schönere Sonnenuntergänge gesehen. Wir überlegen uns, ob wir uns die Tatio Geysire, ein weiteres angebliches Muss für jeden San Pedro-Besucher, wirklich antun wollen (man muss um 4 Uhr aufstehen, damit man zum Sonnenaufgang dort ist und teilt sich das Spektakel mit unzähligen anderen Touristen).
21.2.2006
Heute machen wir uns wieder einen richtig faulen Tag. Wir verbringen den Vormittag in San Pedro mit Kaffee trinken, rumschlendern und e-mails schreiben. Dann kaufen wir uns in der Bäckerei 2 feine Apfelstrudel, welche wir im Patio unseres Hostals geniessen. Denn Rest des Nachmittags verbringen wir lesend in den soeben installierten Hängematten im Hostal. Am Abend fahren wir nochmals in Richtung Valle de la Luna, diesesmal aber nicht in das Tal selbst, sondern zu einem inoffiziellen Aussichtspunkt an der Hauptstrasse, von wo aus die Aussicht genau so schön ist wie im Valle de la Luna selbst. Dann fahren wir nochmal ins Valle de la Muerte, wo die Stimmung am Abend auch sehr schön ist.
22.2.2006
Heute machen wir unseren letzten Ausflug von San Pedro aus. Eigentlich hatten wir vor zu versuchen, ob wir zur Laguna Lejia kommen, von der wir auf Postkarten schöne Bilder sahen. Diese liegt an einer alten Passstrasse, die als Erdpiste in der Karte eingezeichnet ist. Auf der Fahrt dorthin sehen wir an der Hauptstrasse einen versteckten Wegweiser (ein selbstgemaltes Kartonschild) zur Laguna Cejar. Auch diese haben wir auf Postkarten gesehen, doch wussten den Weg dorthin nicht, da die Piste über den Salar de Atacama in keiner Karte eingezeichnet ist. Spontan beschliessen wir, dieser Piste zu folgen und gelangen so nach ca 12 km zur Laguna Cejar, einer türkisblauen Lagune in der harten, weissen Salzkruste des Salar de Atacama. Die Lagune ist recht tief und man kann sogar darin baden. Doch da wir eigentlich ja gar nicht vorhatten, dorthin zu fahren, hatten wir leider nicht genug Wasser dabei, um uns das Salz nach dem Bad vom Körper zu waschen (das Wasser ist, logischerweise, extrem salzhaltig). Nach dem Besuch der Laguna Cejar beschlossen wir, doch nicht zur Laguna Lejia zu fahren, uns dafür die Quebrada de Jerez, eine grüne, fruchtbare Schlucht bei Toconao, anzuschauen und dann weiterzufahren bis Peine, einem weiteren Dorf. Wir haben uns dort die 4000 - 5000 Jahre alten Felszeichnungen angschaut. Auf ein Bad in den beiden Pools (Conchas) haben wir verzichtet.
Am Abend genossen wir unser letztes Abendessen im El Cielo. Das Menu war wieder sehr lecker!
23.2.2006
Wir verabschieden uns von Silvia, der Besitzerin des Hostals, und fahren zuerst nochmal nach San Pedro de Atacama, um nochmals kurz unsere e-mails zu checken und etwas zu trinken. Danach fahren wir via Calama direkt durch bis Iquique, wo wir noch am Abend unseren Wagen bei Hertz abgeben. Eigentlich wollten wir noch die Kupfermine in Chuquicamata anschauen, doch die Touren finden, entgegen den Angaben in unseren Reiseführern, nur Nachmittags um 15 Uhr statt. Damit wären wir erst nach Einbruch der Dunkelheit in Iquique angekommen, worauf wir keine Lust hatten.

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